Ich muss hier aus Long Island raus… ich krieg sonst nen Rappel!

Genau so… ich kenne manche Wege hier schon ohne Navi. Das geht nich…ich muss hier raus!
Gern hätt ich noch mehr Zeit mit Lynn und Sophia verbracht, aber einerseits haben die auch besseres zu tun als den irren aus Schweden oder der Schweiz (iss hier das Gleiche) durch Long Island zu führen, und andererseits fällt mir hier die Decke auf den Kopf. Fürs bleiben bin ich nicht hier her gekommen.

Also versuche ich mal gen Westen zu gelangen. Einfach mal dem Kompass nach. Egal, raus aus dem Grossraum NY.
Von Long Island runter, dann an der Bronx vorbei über eine der grossen Brücken.

Irgendwie schon Lust gehabt da mich mal ins Getümmel zu stürzen… aber mir wird das hier alles zu eng. Raus, ich will smaleton america kennen lernen.

Smale Town USA

Und genau das habe ich hier wohl erreicht. Bin am Hudson River gelandet, durch kleine Städchen, bewusst die Highways vermieden. Und es gibt sie wirklich… an jeder Ecke, diese kleinen Städchen mit den weissen Holzhäusern entlang der Strasse. Sieht alles irgendwie so aus wie die Pinterest Bilder meine Frau so sammelt.
Ich hab mir heute nicht die Zeit gegönnt Bilder davon zu machen. Die werde ich dann bei Gelegenheit nachliefern. Auch hoffe ich ja bald mit der schwarzen Lady unterwegs zu sein, dann kommt die GoPro zum Einsatz!

Hudson River

Der Hudsen River ist hier nicht so wie man sich nen Fluss im Zentraleuropäischen so vorstellt. Der fliesst vor sich hin und ist an sich für jeden mit ner anständigen Steinschleuder zu überwinden. Aber hier ist der riesig breit, bildet fast sowas wie ein Delta. Das beginnt schon in NY und geht nördlich weiter. Oder mit der Flussrichtung gesprochen, es beginnt nördlich 🤨

Einfach eine herrliche Gegend. Und immer weiter durch die Kleinstädte. Kleine Stässchen, weisse Holzhäuser mit Flaggen geschmückt, den Pickup vor der Tür. Je gammeliger das Haus um so gammliger der Pickup. Aber auch welche mit Kiess Auffahrt und Benz vor der Hütte. Ist alles drin.

Hotel… mal wieder

Nachdem ich in Long Island ja so auf die Fresse gefallen bin mit den Hotels bin ich skeptisch wenn ich booking.com aufmache. Hab mir ne Gegend ausgesucht wo ich der Meinung bin das ich dann langsam müde bin. Hopt gefunden, Navi rein, Segel setzen und ab dafür. Navi sagt… „Sie erreichen einen Kreisverkehr, Ihr Ziel ist im Kreisverkehr 🧐🤨😧
Aber was muss ich dann sehen!!

What the fuck… was ein Bunker!!! RIESIG… ich denk hier muss ich nicht im Erdgeschoss zuhören wie der örtliche Zuhälter seine Alte verdrischt!
und was soll ich sagen.. es ist im 18ten Stock und ist herrlich!

https://usa.4dlab.com/wp-content/uploads/2019/07/img_0926.mov

Wie weit hab ich es also jetzt geschafft…

Nicht wirklich weit. Einseits weil ich sehr spät aus Long Island weg gekommen bin. Sophia hatte Lynn und mich quasi bei sich dahim hat stranden lassen da ohne Auto und Lynns Handy alle erst mal zu Fuss durch die Ecke von der nur Google wusste wo ich war auf der Suche nach einem Ladekabel und Sophia rufen. Und dann weil der Grossraum NY seinen Namen nicht umsonst trägt. Bis man da raus ist ist man schon ein par Stunden beschäftigt.

Also meine beiden Long Island Mädels hinter mir gelassen und ab aufs Land. Werde ab Mon bei Tom anrufen und hoffen das die Kohle da ist. Wenn ja, dann schnell wieder zurück nach Long Island, das Auto mit Sophias Hilfe einlösen, die beiden, sofern Zeit, fett zum Essen ausführen und dann endlich mit der eigenen Schüssel roadtripping machen.

Wieso sind die denn alle nicht so wie erwartet?! 🧐

Ich kämpfe doch seit Tagen gegen Windmühlen und rennen gegen Wände 🤮

Ihr könnt euch doch sicher an die vier Avengers erinnern die ich erwähnte nach meiner ersten Nacht auf Long Island. Der „Goldketten behangene Priester“ und der „lesbische Jude“ waren irgendwann verschwunden und ich hab noch bis zum Rauswurf mit Lynn (der Schul-Buchhalterin) gefeiert und über lokale Unterschiede gequatscht.
Lange Rede kurzer Sinn, da ich ehh ne Weile auf Long Island bleiben musste haben wir die Nummern getaucht uns auf „dann mal“ verabredet.
Gestern waren wir dann zusammen mit einern Freundin von ihr, Sophia, in einer wirklich herrlich gelegenen Marina. Herrliches Essen, die Bedienung auf zack.. und das mitreissende amerikanische Wesen hat mich sogar dazu gebracht das ich mich ohne grosse Gegenweht auf die Tanzfläche habe ziehen lassen. Was ein Drama 🤫

Egal. Der Plan war mit nem Uber in Hotel. Das ich aber noch gar nicht gebucht hatte. Irgendwann war ich dann so besoffen das die beiden Mädels, oder eher Sophia als die vernünftigere von uns dreien, uns heim zu ihr zu fahren. Warum Asche fürs Hotel ausgeben das es dann auch noch… lange Rede kurzer Sinn. Ich bin heute im Kinderzimmer ihrer Tochter aufgewacht. Nur ein gaaanz klein wenig verkatert.
Und auf der Fahrt hin zum geparkten Auto vor der Marina erzähl ich so von meinem Zulassungsdrama. Und tada… sie bietete mir an den Wagen auf sich anzumelden. Das sein kein Problem und das geht schon klar.

Da steht mir immer noch der Mund offen! Die Amis sind vollends anders als ich mir das vorgestellt habe. In gewisser Weise oberflächlich, ja das Vorurteil ist etwas bestätigt, aber gleichwohl allem derart offen, so hilfreich in jeder Beziehung. Und sei es nur die geliehene Brille vom Barnachbarn in der Marina für Lynn damit sie die Karte lesen kann. Das sind Sachen die würde bei uns unten im Land der „Stock-im-Arsch-Haber“ einfach nicht gehen.

Nen Wildfremden einfach mal ins Haus zu lassen.. dieses augenscheinlich auch nicht abzuschliessen wenn man weg geht. Am Strand lassen die Leute wenn sie zur Toilette gehen einfach alles liegen, da kommt schon nix weg. What??!! Sind das die USA die ich so im Kopf hatte bevor ich hier her kam?
Ich meine ja nicht nur die beiden…. bekomme immer noch pipi in die Augen, auch die Dame in der Versicherungsagentur, Amanda, alle versuchen einem zu helfen und scheinen sich wirklich für den komischen Typen mit dem komischen Bart und was er zu berichten hat zu interessieren.