gegen Trumps Mauer geprallt

Nun ist es mir doch gestern passiert.

Aner ich muss etwas ausholen.

An sich sind die Amis recht energisch darauf bedacht keine politischen Diskussionen zu führen. Gleichwohl wurde ich dann doch mehrfach auf das Thema angesprochen. Meist von Frauen, nein eigentlich immer von Frauen. Und meist war dies vorsichtiges Vortasten was ich denn von dem halte was da grad Präsident ist.

Meist war auch klar das es sich hierbei um lieberale Ansichten handelt die im Gegenüber so vor gehen.

Gleichwohl merkt man aber auch das selbst in liberal denkenden Köpfen ein „Aber die Sozis wollen mir Dies oder Das weg nehmen“ statt findet. Und so macher Gesprächspartner stellt sich dann als Trum Suporter heraus obwohl er gleichwohl diesen Präsidentendarsteller als ein arogantes Arschloch bezeichnet.

So auch gestern. Aber dann schlug das etwas um. Mag auch einfach an der massiven Ansammlung alter weisser Männer liegen das dies irgendwann passieren misste.

Um es kurz zu machen. Ich habe resigniert aufgegeben. Es ist schon schwer genug in der Muttersparache mit Leute zu debattieren die der Meinung sind das der aktuelle Wohlstabd auf die Taten des aktuellen Populisten beruht. Aber in einer Fremdsprache ist das für mich unmöglich.

Ich habe die Gesprächsrunde schnell und entnervt aber mit einem schlechten Gefühl im Magen verlassen. Das gleiche schlechte Gefühl was ich auch habe nach einer fruchtlosen Diskussion gleicher Art im deutschsprachigen Raum. Das Gefühl eines verlorenen Kampfes war es dies nal aber nicht. Eher etwas. von der Art dem notwendigen Kampf mangels Mittel und Motivation ausgewichen zu sein. Beim Verlassen des nicht mal richtig betretenen Kampfplatzes noch einen halbleeren Becker abgestandener Cola an den Hinterkopf zu bekommen.

Ein kleiner Teil in mir hatte gehofft das die Art der Diskussionen hier anders ablaufen würde als daheim. Einfach aus der Sicher heraus das dass Offensichtliche derart offensichtlich ist das es einem ja förmlich ins Gesicht springt.

Und da sitzt man dann gestern zu sechts am Tisch, zusammen mit drei Mexicanern. Trump ist schon ein arogantes Arschloch, aber hey… schau her der Wirtschaft geht es prächtig!

Ja mag sein, kann das nicht einschätzen, aber Du bist Dir schon bewusst das die wirtschaftliche Entwicklung so schnell gar nicht gehen kann. Und das diese meist trotz des Zutuns politischer Kräfte und wegen dieser sich verändert?!

Quatsch, der macht nen klasse Job!

Okay.. nehmen wir das mal hin. Aber der Typ spaltet euer Land. Der schürt Hass! Siehe doch grad in El Paso?! Eure Feine sind im eigenen Land und Trum hält die Kohlenschaufen für dieses Feuer in der Hand!

Blick in die Rund zu den still gewordenen mexikanischen Anwesenden….

Nein, er macht nen klasse Job… der Wirtschaft geht es gut.

Ich bin dann resigniert mit den Worten. „Hitler hat die Autobahn gebaut, der wirtschaft ging es auch besser, Hitler war toll“ und einem Effenbergschen Gruss gegangen.

Trumps Mauer ist schon lange da. Sie wahr wohl auch schon vor ihm da aber er hat noch ein par Ziegelreihen mehr aufgelegt. Sie spaltet die Diskussionskultur und das Land. In jeweils zwei Hälften die ohne die Fähigkeit zur Diskussion immer weiter von einander wegdriften und nicht merken das sie ohne die andere Seite zum aussterben verurteilt sind.

Es ist zum heulen. Es ist das gleiche Muster wie bei uns daheim. Einfach Antworten auf komplexe Themen sind den Leite lieber als nachdenken und über den Tellerrand schauen. Die Fähigkeit zur politischen Diskussion wurde den Leute hier wie dort aus politischen Gründen aberzogen. Eine Diskutierende Masse ist schliesslich auch unbequem.

Und das Ergebnis ist nun, hier wie dort, eine Masse die mangels politischer Kompetenz dem Schreier auf dem Marktplatz folgt der am lautesten die Wundermedizin mit der grössten Wirkung verspricht. Oder anders gesagt, den urmenschlichen Unstinkt des „meine Sippe und die Anderen“ befeuert in dem er mit dem Finger auf „die Anderen“ zeigt.

Und fühlte mich schlecht bevor ich das jetzt schrieb. Jetzt gehts mir besser. Etwas.

Danke fürs zuhören!

Eine Antwort auf „gegen Trumps Mauer geprallt“

  1. Oha, sich mit einem Godwin aus der Diskussion zurückzuziehen ist aber nicht die feine rhetorische Art. 🙂

    Aber ich kann’s gut verstehen – bei Waffen und Politik sind die wie vernagelt. Da kommt diese religiös / glaubensgeprägte Moral-Abhängigkeit hoch die dann bar jeder Vernunft und Erkenntnis -immer- funktioniert. Inklusive weniger Weitsicht als ein Stein.
    DerSteff

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